Abgesehen davon, daß der Glaube ohnehin nicht langweilig ist, sorgen auch der im Lande Luthers grassierende Memorandismus und das letzte noch existierende ZK für reichlich Unterhaltung. Ebenso macht der bevorstehende Katholikentag durch komische Sachen von sich reden.
Gut katholisch, wie man nun einmal ist, ruft man zu einem fleischlosen Tag auf. So weit so klasse. Doch was muß man lesen und hören?
Der fleischlose Tag auf dem Katholikentag ist der Donnerstag.
???
Geht mein Kalender falsch?
Der Donnerstag des Katholikentages ist der 17. Mai 2012. In meinem Kalender steht an diesem Tag das Hochfest Christi Himmelfahrt. Und an dem Tag sollen die Katholikentagsbesucher fasten? Selbst in der Fastenzeit sind die Sonntage und Hochfeste vom Fasten ausgenommen. Ja mehr noch, ein Sprichwort sagt: “Wer am Sonntag fastet, leugnet die Auferstehung!”
Noch Fragen?
Ich jedenfalls nicht.
Eine Möglichkeit stünde noch im Raum: Ist das ganze etwa eine Wirtschaftsförderungsmaßnahme für die Bratwurstbuden in Mannheim?
Kann ja sein …
Nungut, der ernsthafte Hintergrund scheint din Inititative “Donnerstag Veggieday” des Vegetarierbundes zu sein, der sich die Katholikentagsorganisatoren offensichtlich angeschlossen haben. Nun habe ich nicht gegen Vegetarier (sieht man mal davon ab, daß sie meinem Essen das Essen wegessen … ), jeder mag sich so ernähren, wie er mag, so lange es im Rahmen der geltenden Gesetze unseres Landes passiert. Im Allgemeinen spricht ja auch nichts gegen eine vegetarische Ernährung, die noch Ei- und Milchprodukte berücksichtigt. Veganer und Frutarier sind da schon krasser und ob in solcher Weise eine gesunde Ernährung überhaupt langfristig möglich ist, ist wissenschaftlich umstritten.
Gelegentlicher, insbesondere im Teeniealter auftretender Puddingvegetarismus hat sich meist nach einer Zeit von selbst erledigt. Die ethische Variante: “Tiere sind meine Freunde, meine Freunde esse ich nicht” zerschellt schon gedanklich an der Frage, ob dein Freund der hungrige Tiger im Urwald wirklich ein Menschenfreund ist. So kann man über Vegetarismus geteilter Meinung sein. Auch Vegetarier können den CO2 – Ausstoß verringern, indem sie die Zahl der Vorträge deutlich reduzieren.
Wie aber kommen die Organisatoren eines Katholikentages auf die Idee, sich einer säkularen Aktion zu Gunsten eines fleischfreien Tages anzuschließen und diesen gerade nicht auf den für Katholiken üblicherweise ohnehin fleischfreien Freitag zu legen?
Die Lösung erscheint einfach:
1. Das Freitagsgebot scheint in Vergessenheit geraten.
2. Die Einsicht, daß einTag Fleischverzicht pro Woche sinnvoll sein kann, liegt offensichtlich auf der Hand.
3. Was ein Hochfest ist und warum man da nicht fastet, weiß man nicht mehr so ganz genau.
4. Das Rad neu erfinden, ist immer ganz gut.
5. Im Dialog mit der Gesellschaft schließt man sich einfach an eine existierende säkulare Aktion an, statt mal im eigenen Ladennachzuschauen.
6. Ein (halb-)englischer Name ist sowieso viel cooler.
Und schon sind wir beim VeggieDay an Christi Himmelfahrt.
Liebe Katholikentagsbesucher, wenn ich am Hochfest Christi Himmelfahrt mein Steak genieße gedenke ich Euer kurz, die ihr an Grünkernbratlingen knabbern müßt.
Und wenn mir jetzt noch jemand erklärt, was ein Kletterpark mit Berufungspastoral zu tun hat, komme dem Verstehen, was ein Katholikentag ist, noch ein Stückchen näher.
Wer schon resigiert hat und den Katholikentag eigentlich gar nicht mehr verstehen will, klickt hier.
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Korrektur: Wie mir in einer Rückmeldung zu diesem Artikel mitgeteilt wurde, sie die Meldung so nicht richtig, denn es gäbe überhaupt keinen (!) fleischlosen Tag für die Besucher.
Vielmehr beziehe sich das nur auf das Personal resp. die Geschäftsstelle während der Vorbereitungszeit…
Danke für den Hinweis.